04.08.2010

Qualität statt Monopol

Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) fordert Öffnung des Wettbewerbs statt Monopolbildung?Expertenrunde auf dem 3. Deutschen Internistentag in Berlin diskutiert Hausarztverträge

Wiesbaden/Berlin, 3. August 2010. Seit längerem fordert der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) eine Neujustierung des § 73 b SGB V. Die aktuellen Reformpläne der Bundesregierung gehen jedoch in die falsche Richtung, denn sie beseitigen das Vertragsmonopol des Hausärzteverbandes nicht. Erneut kommt nicht in den Fokus, was für eine umfassende ambulante Versorgung der Bevölkerung unabdingbar ist: Ohne hausärztliche Internisten ist die hausärztliche Versorgung nicht realisierbar. Zwanzig Prozent macht deren Anteil an dieser aus. Hausärzte aus der Inneren Medizin müssen darum in den Vertragskonzepten mitberücksichtigt werden.

„Der § 73 b muss neu definiert werden in Hinsicht auf die Arztgruppen, die an der hausärztlichen Versorgung tatsächlich teilnehmen. Wir brauchen in der Versorgung einen Vertragswettbewerb, ohne dass einzelne Teilnehmer bevorzugt werden.", so Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI. Diese Öffnung des Wettbewerbs unter Einbeziehung der KVen muss über eine Neudefinition des § 73 b politisch eingeleitet werden. So könnten sich zukünftig die besten Konzepte durchsetzen, statt die Versorgung über ein Verbandsmonopol zu regeln.

Von der rot-grünen Bundesregierung waren seinerzeit die Hausarztverträge als Einstieg in ein Primärarztsystem konzipiert worden. Der Hausarzt sollte hierbei die Rolle eines Lotsen übernehmen, der seinen Patienten verbindlich durch das Versorgungssystem steuert. Dieses Modell trat schon bald in den Hintergrund und wird vom BDI strikt abgelehnt.

Wie eine moderne ambulante Versorgung der Bevölkerung aussehen kann und welche politischen Schritte hierfür nötig sind, diskutieren auf dem 3. Deutschen Internistentag in Berlin (9.-11. September 2010) in einer Expertenrunde zum Thema Moderne ambulante Versorgung der Bevölkerung: Sachstand, Prognose, Zukunftsideen" unter Moderation des BDI-Präsidiums: Dr. med. Klaus Bittmann, Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein, Dr. Med. jur. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, Dr. med. Heinz Rauch, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz im BDI e.V. und Dr. med. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV (angefragt).

Der Deutsche Internistentag (DIT) wird vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) veranstaltet und findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Mit ca. 25.000 Mitgliedern ist er einer der drei großen Ärzteverbände Deutschlands sowie größter europäischer Facharztverband und vertritt seit über 50 Jahren erfolgreich die sozial- und berufspolitischen Interessen der deutschen Internisten. Der Deutsche Internistentag versteht sich als Forum für die Zukunft des Gesundheitswesens. Berufs- und Gesundheitspolitik gepaart mit praxisnaher Fortbildung stehen im Zentrum der Veranstaltungstage vom 9.-11. September 2010 im Berliner Langenbeck-Virchow-Haus.

Veranstaltung „Moderne ambulante Versorgung der Bevölkerung: Sachstand, Prognose, Zukunftsideen" am Fr., 10. September 2010, um 15.15 Uhr im Raum v. Langenbeck des Langenbeck-Virchow-Hauses, Berlin