Mehr Autonomie und engere Patientenbindung – ambulant und stationär wachsen zusammen
4. Deutscher Internistentag diskutiert Perspektiven und Handlungsnotwendigkeiten für Internisten in der sektorenübergreifenden Versorgung
Mit dem Vertragsarztänderungsgesetz hat der Gesetzgeber ein wichtiges Zeichen gesetzt - die scharfe Abgrenzung zwischen ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen ist durchlässig, die gleichzeitige Tätigkeit eines Facharztes in Praxis und Krankenhaus ermöglicht worden. Für den Arzt bedeutet dies eine stärkere berufliche Unabhängigkeit, der Patient darf mit einer qualitativen Verbesserung seiner Betreuung rechnen. Dennoch lässt sich für den heutigen Internisten sein berufliches Ziel einer medizinisch unabhängigen Tätigkeit im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung weiterhin schwer realisieren.
Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) erwartet darum vom Gesetzgeber weitere Regelungen, die die Auflösung der starren Trennung beider Versorgungsbereiche weiter vorantreiben. Der Verband fordert unter anderem, die Bedarfsplanung für neue Kooperationsstrukturen zu öffnen. Auf Seiten des Krankenhauses sei die ärztliche Zuständigkeit so zu regeln, dass der Konsiliararzt genauso wie der Belegarzt medizinisch unabhängig im Krankenhaus arbeiten könnten. Ebenfalls müssten die Leistungskataloge im Krankenhaus und in der Praxis soweit angeglichen werden, dass auch belegärztliche Leistungen abrechenbar sind, wenn sie nicht im EBM abgebildet sind
Für die berufliche Zufriedenheit des Internisten hält es der BDI für unabdingbar, dass dieser Weg weiter gegangen wird. Darum lädt er auf dem 4. Internistentag zu einer Podiumsdiskussion ein. Mit den Teilnehmenden diskutieren Prof. Dr. Wiedenmann, DGIM, Prof. Dr. Weiser, Verband leitender Krankenhäuser und Dr. Schmied, Vorstandsmitglied im BDI, unter Moderation von Dr. Spies, BDI. Die Veranstaltung verfolgt außerdem das Ziel, bei den betroffenen Vertrags- und Krankenhausärzten das Bewusstsein dafür zu stärken, inwiefern bereits vorhandene gesetzliche Möglichkeiten besser genutzt werden können.
Veranstaltung „Zukunft des Internisten an der Schnittstelle ambulant / stationär" am Do., 22. September 2011 um 13.30 Uhr im Raum Virchow des Langenbeck-Virchow-Hauses, Berlin


