Den Kollektivvertrag stärken – ambulante internistische Versorgung sichern
3. Deutscher Internistentag diskutiert über nötige politische Schritte, um eine moderne ambulante Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten
Die Innere Medizin ist eines der Kerngebiete in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Internisten versorgen die Versicherten sowohl hausärztlich als auch mit spezialärztlichen hochkomplexen Leistungen. Um eine umfassende Antwort auf den bestehenden Behandlungsbedarf zu gewährleisten, sind daher Internisten im stationären wie im ambulanten Bereich unerlässlich.
Für eine optimale Versorgung mit allen nötigen medizinischen Leistungen braucht es ein breites Netz an niedergelassenen Fachärzten der Inneren Medizin: In ländlichen Regionen, wo das nächste Krankenhaus meilenweit entfernt liegt, gewährleisten diese eine schnelle und unkomplizierte Behandlung vor Ort. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels mit einer zunehmenden Anzahl an Chronikern bei gleichzeitig drohendem Ärztemangel braucht es klare politische Signale, um die Bedingungen für die ambulante internistische Versorgung zu verbessern.
Die Politik muss darum die Diskussion führen, wie der ambulante Sektor gestärkt werden kann. In diesem Zusammenhang betont der Berufsverband Deutscher Internisten e. V. (BDI), dass eine flächendeckende, geregelte Basisversorgung nur mit Kollektivverträgen garantiert werden kann. Hingegen können Selektivverträge nur für bestimmte Krankheitsbilder und für einige Fachgruppen sinnvoll sein. Die Hausarztzentrierte Versorgung ist kritisch zu betrachten, da die internistische Qualität hier nicht zum Tragen kommen kann. Der BDI setzt sich darum für eine sofortige Veränderung des § 73 b Sozialgesetzbuch (SGB) V ein.
Wie eine moderne ambulante Versorgung der Bevölkerung aussehen kann und welche politischen Schritte hierfür nötig sind, diskutieren auf dem 3. Deutschen Internistentag (9.-11. September 2010) in Berlin unter Moderation des BDI-Präsidiums Dr. med. Klaus Bittmann, Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein, Dr. Med. jur. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, Dr. med. Heinz Rauch, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz im BDI e.V. und Dr. med. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV (angefragt).
Veranstaltung „Moderne ambulante Versorgung der Bevölkerung: Sachstand, Prognose, Zukunftsideen" am Fr., 10. September 2010 um 15.15 Uhr im Raum v. Langenbeck des Langenbeck-Virchow-Hauses, Berlin
Quelle: Springer Medizin


