Auf dem Weg zu AGnES und sektorenübergreifender Versorung?
3. Deutscher Internistentag bietet Diskussionsplattform zu neuen Strategien gegen den drohenden Ärztemangel
Was bedeuten Arztzahlentwicklung und Altersstruktur deutscher Ärzte im Detail für die Gesundheitsversorgung in Deutschland? Was für spezifische Versorgungsformen erfordern sie? Welche Strategien müssen verfolgt werden, um die Versorgung weiterhin flächendeckend garantieren zu können? Diese und andere Fragen diskutieren auf dem 3. Deutschen Internistentag Vertreter von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Politik unter Moderation des Präsidiums des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI).
Das Durchschnittsalter von Fach- und Hausärzten liegt bei über 50 Jahren. Zugleich sieht die Nachwuchssituation schlecht aus: 20 Prozent der Medizinstudenten brechen das Studium ab, viele Absolventen wechseln nach dem Studium in andere Bereiche. Diese Zahlen wecken Befürchtungen über die zukünftige Versorgungssituation in Deutschland. Auch die Versorgung mit den spezifisch wichtigen internistischen Gesundheitsleistungen ist davon betroffen. Zwar zeigt sich die Innere Medizin mit weiterhin guten Nachwuchszahlen als gleichbleibend attraktives Fach, dennoch macht auch hier die Entwicklung der Altersstruktur deutlich, dass die Anzahl der nachrückenden Ärzte nicht ausreicht, um mit dem heutigen System einfach weiter zu arbeiten. Neue, moderne Formen der Versorgung müssen gefunden werden.
Mit der Diskussionsrunde auf dem 3. Deutschen Internistentag in Berlin möchte der BDI Wege ausloten und Ideen sammeln, wie dieser Situation zu begegnen ist. Wie kann die Mangelsituation entschärft werden? Welche Möglichkeiten bieten Modelle wie AGnES oder Verah? Wie sieht die Bedarfsplanung der Zukunft aus, muss sich die Perspektive hier eventuell erweitern hin zu einer sektorenübergreifenden Versorgung? Kann der Einsatz von Honorarärzten oder anderen neuen Arzttypen ein sinnvoller Schritt sein?
Diese Fragen diskutieren unter Leitung des BDI-Präsidiums Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident BÄK, Dr. med. Thomas Kopetsch, Leiter des Referats Bedarfsplanung, Bundesarztregister und Datenaustausch der KBV, und Annette Widmann-Mauz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit (angefragt), mit den Teilnehmern des 3. Deutschen Internistentages.
Veranstaltung „Wie viel Ärzte brauchen wir wirklich? Aktuelle Daten und neue Strategien" am Sa., 11. September 2010 um 11.00 Uhr im Hörsaal des Langenbeck-Virchow-Hauses, Berlin


